Informationen zur Finanztransaktionssteuer

1Cent_DEEinen starken Aufschwung erlebte die Idee der Tobinsteuer im Zuge der Währungskrisen in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts.

In der ersten Hälfte der 90er Jahre kam es in zahlreichen Ländern wie Russland, Brasilien, Mexiko (die „Tequila-Krise“) oder der Türkei immer häufiger zu Währungskrisen, ihren Höhepunkt erreichte diese Entwicklung dann in den Jahren 1997 und 1998 in der Asienkrise, die ausgehen von Thailand auf viele asiatische Staaten – etwa Malaysia, die Philippinen und Singapur – übergriff und in all diesen Ländern zu einem Wirtschaftseinbruch wegen einer Kapitalknappheit führte, die durch plötzliche Devisenabwertungen hervorgerufen wurde.

In dieser Zeit wurde durch die (von James Tobin so bezeichneten) „Beauty-Contest-Spekulanten“ , die mit ihren Spekulationen (relativ zum Kapitaleinsatz gesehen) nur jeweils kleine Gewinne erzielten, den betroffenen Volkswirtschaften spürbare Schäden zugefügt. Durch die Einführung einer Tobinsteuer, also eine Besteuerung der Kapitalströme, so die Argumente ihrer in dieser Zeit wachsenden Anhängerschaft, könnte diese Spekulation mit Devisen eingedämmt und so die Volatilität der Devisenmärkte eingeschränkt werden.

Ein weiterer Vorteil der Tobinsteuer, der von James Tobin in die Diskussion eingebracht wurde, war die hierdurch erzielte Stärkung der Autonomie der einzelnen Staaten in der Geldpolitik und der Fiskalpolitik, zwei Felder der Wirtschaftspolitik, die starken Beeinflussungen der Finanzmärkte ausgesetzt sind – etwa wenn sich eine Zentralbank gezwungen sind, einem durch Spekulationen auf den Finanzmärkten erzeugten Abwertungsdruck durch eine Erhöhung der Leitzinsen zu begegnen.