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James Tobin, der „Namensgeber“ der Tobin-Steuer,  war ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler. 1981 wurde er für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Portfoliotheroie mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

James TobinTobin, ein Harvard-Absolvent, war von 1950 bis 1988 Professor für Wirtchaftswissenschaften an der Yale University, 1961/62 gehörte er dem Council of Economic Advisers des US-Präsidenten John F. Kennedy an.

Sein Haupt-Forschungsgebiet in Yale war die Portfoliotheorie, die das Investitionsverhalten an Kapitalmärkten untersucht. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Portfoliotheorie ist die Risikodiversifikation, bei der untersucht wird, wie für  einen jeden Investor ein optimales Portfolio aus allen zur Verfügung stehenden Anlagemöglichkeiten gebildet wird, dass das Risiko-Chancen-Profil des jeweiligen Investors bestmöglich abbildet. Hierbei bewies Tobin, dass dieses optimale Portfolio nur durch das Verhältnis von Risiko und Rendite der einzelnen gehandelten Anlagetitel bestimmt wird, hingegen nicht von der unmittelbaren Risikoeinstellung des Investors oder von seinem ursprünglich vorhandenen Vermögen abhängt. Dieses Theorem ist als Tobin-Separation in die Portfoliotheorie eingegangen.

Ebenfalls nach James Tobin benannt ist „Tobin’s Q“ (Tobins Quotient), eine von Tobin 1968 entwickelte Kennzahl zur Unternehmensbewertung, die das Verhältnis vom Marktwert zum Substanzwert abbildet. Zur Berechnung von Tobin’s Q wird der Marktwert eines Unternehmens, also seine Aktienkapitalisierung zuzüglich der Verbindlichkeiten, durch die Wiederbeschaffungskosten aller Vermögensgegenstände dieses Unternehmens geteilt. Teilweise wird vereinfacht unter Tobin’s Q aber auch ein Marktwert-Buchwert-Verhältnis verstanden. Ist Tobin’s Q größer als 1, so wird das Unternehmen an der Börse höher bewertet als es nach seinem Vermögen angemessen wäre. Diese höhere Bewertung kann etwa darauf beruhen, dass das Unternehmen höhere Erträge erwirtschaftet, als aufgrund der Vermögensgegenstände erwartet werden kann, oder aber dass entsprechende höhere Erträge für die Zukunft erwartet werden. Ein Tobin’s Q unter 1 bedeutet dagegen, dass das Unternehmen weniger wert ist als die Summe seiner Vermögensgegenstände, dass es also unter Wert gehandelt wird.

Einem weltweiten Publikum bekannt wurde James Tobin allerdings durch  seine 1972 publizierte Idee einer weltweit einheitlicehn Lenkungsabgabe auf internationale, spekulative Devisentransaktionen, einer Idee, die später – weiterentwickelt – unter dem Begriff der „Tobin-Steuer“ bekannt wurde, in dieser Weiterentwicklung – bzw. dessen teilweise vorhandenen globalisierungskritischem Zungenschlag – allerdings nicht mehr von James Tobin unterstützt wurde.

James Tobin starb 2002, kurz nach seinem 84. Geburtstag.