Die Tobinsteuer und die Globalisierungskritiker

Die aktivsten Befürworter der Tobinsteuer finden sich seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts im Lager der Globalisierungskritiker, die bis heute in der Tobinsteuer ein Mittel sehen, eine Weltwirtschaft, die „außer Kontrolle geraten“ ist, zu zügeln.

Dieser von globalisierungskritischen Bewegungen vertretene Ansatz für eine Finanztransaktionssteuer steht jedoch den Ansichten James Tobin diametral entgegen – und James Tobin distanzierte sich auch hiervon. Denn anders als die Globalisierungskritiker befürwortete James Tobin stets den freien Welthandel und wollte mit seiner Steuer lediglich die Spekulanten zurückdrängen. Für ihn war die Tobinsteuer ein Mittel zur Steuerung von Devisenströmen, nicht aber zur Eindämmung des grundsätzlich als wichtig angesehenen Welthandels.

Diese Unterschiede in den Auffassungen von James Tobin und den Globalisierungskritikern zeigt sich auch in einem weiteren Punkt:

Bei den Globalisierungskritikern stehen neben dem Aspekt der Zügelung einer außer Kontrolle geratenen Weltwirtschaft auch die mit der Erhebung einer Tobinsteuer zu erzielende Einnahmen im Fokus ihres Interesses, die etwa zur Finanzierung der Entwicklungshilfe eingesetzt werden sollen. Dieses Einnahme-Argument ist ein Aspekt, der auch in der aktuellen, durch die Bankenkrise und die Eurokrise ausgelösten Diskussion über die EU-weite Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer von Belang ist.

Anders dagegen James Tobin: Für ihn war dieser Einnahmeneffekt sekundär. Nach Ansicht Tobins sollte seine Steuer – unabhängig von den damit erzielten Einnahmen – lediglich der Steuerung von Devisenströmen und damit der Wechselkursstabilität dienen.

Die mit der seiner Steuer zu erzielen Einnahmen sah James Tobin dagegen lediglich für die Frage der Durchsetzung seiner Steuer als hilfreich an, da die zu erwartenden Steuereinnahmen für die einzelnen Staaten ein Anreiz zu Einführung der Tobinsteuer darstellen können.

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